Der Freistaat Thüringen ist ein Bundesland der Bundesrepublik Deutschland.
Geografie Thüringen liegt in der Mitte Deutschlands und grenzt an die Bundesländer Hessen (270 km), Bayern (381 km), Sachsen (265 km), Sachsen-Anhalt (296 km) und Niedersachsen (112 km). Der Freistaat Thüringen gehört zusammen mit Sachsen-Anhalt und Sachsen zu Mitteldeutschland. Wegen seines Waldreichtums wird Thüringen auch das Grüne Herz Deutschlands genannt.
Die Nord-Süd-Ausdehnung Thüringens beträgt 160 km, die West-Ost-Ausdehnung 198 km. Thüringen wird von den Autobahnen A 4, A 9, A 38, sowie A 71 und A 73 durchzogen. An der A 4 liegen wie an einer Perlenkette aufgereiht von West nach Ost die Städte Eisenach, Gotha, Erfurt, Weimar, Jena und Gera.
Der Süden des Landes wird dominiert vom Thüringer Wald, der sich von Eisenach bis Sonneberg durch das Land zieht. Nördlich davon liegt das Thüringer Becken. Nach Osten schließt sich an den Thüringer Wald das Thüringer Schiefergebirge an. Im Norden reicht der Freistaat bis an den Harz. Weitere Gebirge und Höhenzüge sind die Rhön, der Dün, der Kyffhäuser und der Hainich.
Die wichtigsten Flüsse Thüringens sind die Saale, die Ilm, die Werra, die Unstrut und die Weiße Elster.
Der höchste Berg Thüringens ist mit 982 m der Große Beerberg, die tiefste Stelle liegt mit 114 m am Unstrutflutgraben bei Wiehe.
Chronologie
bis 531: Königreich Thüringen mit einer Ausdehnung von der Elbe bis zur Donau. Nach dem Sturz von König Herminafried und der Zerschlagung des Reiches durch die Franken erhalten diese das Kernland Thüringens. Der Norden fällt an die Sachsen, der Osten an die Sorben.
- 7. Jahrhundert: Es besteht ein Herzogtum Thüringen, über das jedoch fast nichts bekannt ist.
- 1067: Graf Ludwig der Springer erbaut die Wartburg
- 1130: Der Sohn Ludwigs des Springers, Ludwig I., erhält die Landgrafenwürde. Die nun folgende Zeit der Ludowinger ist eine der glanzvollsten in der Geschichte des Landes (Sängerkrieg, Wirken der heiligen Elisabeth).
- 1247: Mit Heinrich Raspe stirbt der letzte Ludowinger. Thüringen fällt an die Wettiner.
- 1485: Mit der Leipziger Teilung der wettinischen Gebiete fällt Thüringen an die Linie der Ernestiner.
- 1521/22: Aufenthalt Martin Luthers auf der Wartburg, wo er als "Junker Jörg" unter dem Schutz der Weimarer Fürsten vor der Verfolgung des Papstes das Neue Testament übersetzte und damit die Grundlage einer einheitlichen deutschen Schriftsprache schuf.
- 1525: Thüringen ist ein Zentrum des Deutschen Bauernkrieges.
- 1546/47: Schmalkaldischer Krieg
- ab 1572: Mehrere Jahrhunderte währende Erbteilungen des Landes führen zu einer Vielzahl von entstandenen und wieder aufgelösten Fürstentümern.
- 1794-1805: Zeit der Weimarer Klassik als Blütezeit der deutschen Literatur
- 1806: Schlacht bei Jena und Auerstedt
- 1817: Wartburgfest der Burschenschaften
- 1. Mai 1920: Das Land Thüringen entstand aus dem Zusammenschluss der sieben Volks- beziehungsweise Freistaaten der ehemaligen Herzog- beziehungsweise Fürstentümer Sachsen-Weimar-Eisenach, Sachsen-Gotha (ohne Coburg), Sachsen-Altenburg, Sachsen-Meiningen, beiden Fürstentümern Reuß j.L. und Reuß ä.L., die sich 1919 zum Volksstaat Reuß vorab vereinigt hatten, Schwarzburg-Rudolstadt und Schwarzburg-Sondershausen. Zum Freistaat Preußen gehörten weiterhin dessen Regierungsbezirk Erfurt mit diversen Exklaven wie Schleusingen und Ziegenrück, sowie der Kreis Herrschaft Schmalkalden der preußischen Provinz Hessen-Nassau.
- 23. Januar 1930: Erste völkisch-nationalsozialistische Regierung in Deutschland (Baum-Frick-Regierung)
- 1932-1945: Regierung der NSDAP in Thüringen
- 1. Juli 1944: Unterstellung der Regierungsbezirks Erfurt der aufgelösten Provinz Sachsen unter die Verwaltung des Reichsstatthalters für Thüringen in Weimar.
- 1945-1952: Bildung des Landes Thüringen innerhalb der Sowjetischen Besatzungszone beziehungsweise der DDR, bestehend aus dem Land Thüringen von 1920, jedoch ohne die Exklaven Allstedt und Ostheim, ferner aus dem Gebiet des früheren preußischen Regierungsbezirkes Erfurt und der Herrschaft Schmalkalden.
- 1952-1990: Aufteilung Thüringens in die Bezirke Erfurt, Gera und Suhl.
- 1990: Neubildung des Freistaat Thüringen, bestehend aus den Bezirken Erfurt, Gera und Suhl sowie unter Einbeziehung der Kreise Altenburg, Artern und Schmölln, mit Josef Duchac als erstem Ministerpräsidenten.
Landkreise
1. Altenburger Land (Altenburg) (ABG) 2. Eichsfeld (Heilbad Heiligenstadt) (EIC) 3. Gotha (GTH) 4. Greiz (GRZ) 5. Hildburghausen (HBN) 6. Ilmkreis (Arnstadt) (IK) 7. Kyffhäuserkreis (Sondershausen) (KYF) 8. Nordhausen (NDH) 9. Saale-Holzland-Kreis (Eisenberg) (SHK) 10. Saale-Orla-Kreis (Schleiz) (SOK) 11. Saalfeld-Rudolstadt (Saalfeld/Saale) (SLF) 12. Schmalkalden-Meiningen (Meiningen) (SM) 13. Sömmerda (SÖM) 14. Sonneberg (SON) 15. Unstrut-Hainich-Kreis (Mühlhausen) (UH) 16. Wartburgkreis (Bad Salzungen) (WAK) 17. Weimarer Land (Apolda) (AP)
Besondere Sehenswürdigkeiten
* Wartburg * Rennsteig * Saalfelder Feengrotten * Deutsches Spielzeugmuseum * Naturpark Obere Saale * Kyffhäuserdenkmal * Barbarossahöhle * Oberweißbacher Bergbahn * Mon Plaisir – Puppenmuseum in Arnstadt * Blick vom Emberg zum Thüringer Wald (http://www.fotocommunity.de/pc/pc/mypics/468966/display/1701904) * Erlebnisbergwerke in Sondershausen (mit Kahnfahren, Kegeln oder Moutainbikefahren unter Tage in ca. 700 m Tiefe) und Merkers (mit dem größten untertägigen Schaufelradbagger der Welt und Kristallgrotte)
Kulinarische Spezialitäten
* Thüringer Klöße * Thüringer Rostbratwurst * Thüringer Rostbrätl * Schmöllner Mutzbraten * Schmandkuchen * Zwiebelkuchen
|