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Das nördlichste Land Deutschlands stellt sich vor

Geografie

Schleswig-Holstein stellt geographisch den südlichen Teil der Halbinsel Jütland dar und ist eingeschlossen zwischen der Nordsee im Westen, der Ostsee und Mecklenburg-Vorpommern im Osten, Hamburg und Niedersachsen im Süden und Dänemark im Norden.

Die Landschaft Schleswig-Holsteins gliedert sich von West nach Ost in die Marsch, die Geest und das Östliche Hügelland. Größter Fluss ist die Eider, höchste Erhebung der Bungsberg. Historisch-politisch besteht Schleswig-Holstein seit über 1000 Jahren aus den beiden Landesteilen Schleswig und Holstein; hinzu kommen das Herzogtum Lauenburg (seit 1815) und die Hansestadt Lübeck (seit 1937). Die holsteinischen Städte Altona und Wandsbek gehören seit 1937 zu Hamburg.

Das Land beherbergt mit dem Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer den größten Nationalpark Mitteleuropas.

Bevölkerung
In Schleswig-Holstein leben 2,82 Millionen Einwohner, die Bevölkerungsdichte von 178 Einwohnern/km² ist die sechstdünnste in Deutschland. In Schleswig-Holstein lebt sowohl eine dänische (im Landesteil Südschleswig) als auch eine friesische (vor allem an der nördlichen Nordseeküste) Minderheit.

Der Altersaufbau und die Geschlechterverteilung entspricht weitgehend der in der gesamten Bundesrepublik. 45,7 Prozent der Frauen sind verheiratet, 12,9 Prozent verwitwet und 6,4 Prozent geschieden. Bei den Männern sind es 47,7 Prozent/2,6 Prozent/5,4 Prozent.

Die Bevölkerungsdichte ist ungleichmäßig verteilt. Neben den kreisfreien Städten ist das Hamburger Umland, insbesondere die Kreise Pinneberg und Stormarn dicht besiedelt. Der Landesteil Südschleswig und der Kreis Dithmarschen dagegen sehr dünn.

Sowohl aufgrund der abgeschiedenen geographischen Lage als auch aufgrund der eher schwachen Wirtschaftsentwicklung hat Schleswig-Holstein den niedrigsten Anteil von Ausländern eines der westdeutschen Länder. (1994: 5,1 Prozent). Von den 140.000 hier lebenen Ausländern kommen gut drei Viertel aus Europa, davon 22 Prozent der gesamten Ausländer aus den alten Ländern der Europäischen Union. Die größte Gruppe aller Ausländer stellen (1999) mit 42.000 Türken und die zweitgrößte mit 14.000 Personen aus dem ehemaligen Jugoslawien.

Einer Umfrage zufolge sind die Bewohner Schleswig-Holsteins mit ihrem Bundesland zufriedener als alle anderen Bundesbürger.

Geschichte
Mittelalter und früher
Von der Bronzezeit bis zur Völkerwanderung entwickelten sich im heutigen Schleswig-Holstein mit den Nord- und Westgermanen zwei Sprach- und Völkergruppen. Zwischen 768 und 811 kommt es immer wieder zu Konfontationen zwischen dem christlichen Karl dem Großen und den heidnischen Nordgermanen. 811 wurde in einem Friedensvertrag die Eider als staatsrechtliche Grenze zwischen dem Karolinger- und dem Dänenreich festgeschrieben, die zwar in der Zeit an tatsächlicher Bedeutung als Trennungslinie verlor, aber bis 1864 rechtlich bestand. Ab 1111 wuchs beiderseits der Eider die Eigenständigkeit, aus denen die Herzogtümer Schleswig und Holstein hervorgingen. 1386 zeigten sich die beiden Herzogtümer erstmalig vereint im Wappen. 1460 wählte der Adel und das Bürgertum den dänischen König Christian I., der aus dem deutschen Haus Oldenburg kam, zum Landesherrn, wodurch Schleswig-Holstein entstanden war. Diese Personalunion hielt bis 1864.


19. Jahrhundert bis heute
Der im 19. Jahrhundert sowohl in Dänemark wie auch in Deutschland aufkommende Nationalismus führte zu einem Gegensatz hinsichtlich der Zugehörigkeit der sogenannten Elbherzogtümer, der in zwei Kriegen mündete. Im Schleswig-Holsteinischen Krieg von 1848-1851 versuchten die bei weitem mehrheitlich deutschen Schleswig-Holsteiner zunächst noch vergeblich, die dänische Oberhoheit zu beenden. Das gelang erst im Deutsch-Dänischen Krieg 1864, in dessen Folge Schleswig-Holstein zunächst unter eine gemeinsame Verwaltung durch Preußen und Österreich kam. Nur kleine Teile im Norden blieben dänisch, wie z.B. die Insel Lyö. Erst nach dem Deutsch-Österreichischen Krieg 1866 wurde Schleswig-Holstein als Ganzes eine preußische Provinz und damit 1871 Teil des Deutschen Reiches. Die Schleswig-Holsteinische Frage war ein zentraler Aspekt der Politik Bismarcks, die schließlich zur Reichseinigung 1871 führte.

Abgeschlossen wurde die völkerrechtliche Auseinandersetzung mit Dänemark jedoch erst 1920, als unter dem Druck und der Aufsicht der Siegermächte des Ersten Weltkriegs die im Vertrag von Wien 1864 zugesagte Volksabstimmung in den nördlichen Teilen Schleswigs stattfand. Deutschland musste als Verlierer des Krieges einen besonders ungünstigen Zuschnitt der Stimmbezirke akzeptieren, was unter anderem zum Verlust der überwiegend deutschsprachigen Städte Apenrade, Hadersleben und Tondern führte.

Während der späten Zwanziger Jahre war Schleswig-Holstein, insbesondere das an der Westküste gelegenen Dithmarschen eine der Hochburgen des Nationalsozialismus. Die Blutnacht von Wöhrden wurde von der nationalsozialistischen Bewegung deutschlandweit zu Propagandazwecken ausgeschlachtet. Bereits 1930 konnte die NSDAP in dieser Gegend gut 70 Prozent der Wählerstimmen für sich verbuchen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war Schleswig-Holstein Hauptansiedlungsgebiet für Vertriebene und Hamburger Ausgebombte. Die Bevölkerungszahl, die 1939 noch 1,6 Millionen Einwohner betragen hatte, stieg bis 1949 auf 2,7 Millionen Einwohner.

Den größten Skandal der Nachkriegsgeschichte stellte die Barschel-Affäre 1987/1988 dar. Dieser Skandal erfuhr dann 1993 noch eine Fortsetzung mit der Schubladen-Affäre.


Flagge
Die Landesflagge besteht aus drei horizontalen Streifen. Der obere Streifen ist blau, der mittlere weiß und der untere rot. Die Farben sind aus dem Landeswappen genommen und sollen 1840 zum ersten Mal aufgetaucht sein, als es Abspaltungsversuche der Herzogtümer Schleswig und Holstein von der dänischen Herrschaft gab. Im Jahre 1949 wurde die Flagge offiziell von den Alliierten anerkannt. Die Dienstflagge enthält im Gegensatz zu Landesflagge das Landeswappen. Bei offizieller Beflaggung wird die Dienstflagge gehisst. Die Dienstflagge darf nur von den entsprechenden Behörden benutzt werden, die Landesflagge dagegen kann von jedermann frei benutzt werden. Schiffe führen eine Erkennungflagge in den Farben der Landesflagge.


Wappen
Das Wappen Schleswig-Holsteins zeigt nach Landesgesetz auf goldenem Grund zwei blaue, nach innen gewandte, rot bewehrte, übereinander schreitende Löwen und ein silbernes Nesselblatt, wobei die Löwen den Landesteil Schleswig, das Nesselblatt Holstein symbolisiert. Im Gegensatz zu den "normalen" Schleswiger Löwen, die auf den Kreis-/Stadtwappen nach links sehen, sehen die Löwen im Landeswappen nach rechts. Angeblich beruht dies auf einem Erlass Otto_von_Bismarcks aus den 1880'ern, da es "unhöflich" von den Löwen wäre, dem Nesselblatt den Hintern zuzuwenden. Das Wappen darf nur von offiziellen Stellen verwendet werden. Jedoch hat die Landesregierung vor kurzer Zeit ein vereinfachtes Wappen herausgegeben, das frei verwendbar ist.


Hymne
Das Schleswig-Holstein-Lied heißt offiziell "Wanke nicht mein Vaterland", der umgangssprachliche Name ist jedoch "Schleswig-Holstein meerumschlungen". Den Text hat Matthäus Friedrich Chemnitz verfasst, die Melodie ist von Carl Gottlieb Bellmann


Sprachen
Es gibt vier offizielle Landessprachen: die Niedersächsische Sprache (Plattdeutsch), die Friesische Sprache, die Dänische Sprache sowie natürlich Deutsch. Die Niedersächsische Sprache gilt als Regionalsprache, Dänisch und Friesisch als Minderheitensprachen.


Wirtschaft
Schleswig-Holstein ist traditionell ein strukturschwaches Land. Verhältnismäßig viele Einwohner arbeiten weiterhin in der Landwirtschaft. Produzierende Industrie entwickelte sich hier relativ spät und wurde schon früh wieder vom einsetzenden Strukturwandel betroffen. Wirtschaftlich lassen sich drei Großräume unterscheiden: das prosperierende Hamburger Umland (Maschinenbau, Dienstleistungen), die Westküste (Landwirtschaft, Tourismus in Schleswig-Holstein, Windenergie) und die großen Städte an der Ostküste. In den letzten Jahren gewinnen Handel über Verkehr über den Ostseeraum zunehmend an Bedeutung. Besondere Rolle spielen hierbei die Jütlandlinie und die Vogelfluglinie als Wege nach Skandinavien.

Kultur und Sport
Die Kultur Schleswig-Holsteins ist durch den niederdeutschen, dänischen und friesischen Einfluss vielfältig. Sie ist geprägt von landschaftlichen Faktoren, wie den beiden Meeren und der bäuerlichen Kultur. Besonders im Norden des Landes ist der skandinavische Einfluss in der Architektur und Wohnkultur erkennbar.

Durch das Wasser ist der Wassersport ebenso populär, wie das Angeln. Schleswig-Holstein beheimatet zwei Handballvereine, die regelmäßig an der Spitze der Bundesliga spielen: THW Kiel und SG Flensburg-Handewitt. Bekannt ist auch der Fußballverein VfB Lübeck. Kiel ist historisch eine traditionsreiche Stätte des Boxsports und eine der Weltmetropolen des Segelns. Sylt ist das Mekka vieler Surfer, außerdem lädt das Land zum Wandern und Radfahren ein.

Regionen

    * Angeln
    * Dänischer Wohld
    * Dithmarschen
    * Eiderstedt
    * Holsteinische Schweiz
    * Lauenburg
    * Nordfriesland
    * Probstei
    * Schwansen
    * Stormarn
    * Wagrien


Söhne und Töchter Schleswig-Holsteins

    * August Ferdinand Howaldt (1809-1883), Gründer der Maschinenbauanstalt "Schweffel & Howaldt" in Kiel
    * Kommerzienrat Georg Howaldt (1841-1909), Gründer einer Werft am Kieler Hafen, Mitgründer der Howaldtswerke AG (heute:HDW) in Kiel
    * Bernhard Howaldt (1850-1908), Mitgründer der Howaldtswerke AG (heute:HDW) in Kiel, Gründer der Schwentine Elektrizitäts-Werke Rastorfer Mühle
    * Hermann Howaldt (1852-1900), Mitgründer der Howaldtswerke AG (heute:HDW) in Kiel
    * Sabine Christiansen

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