Sachsen-Anhalt ist ein Land der Bundesrepublik
Deutschland. Landeshauptstadt ist Magdeburg, Nachbarländer sind
Niedersachsen, Brandenburg, Sachsen und Thüringen. Die Einwohner werden
Sachsen-Anhaltiner und auch Sachsen-Anhalter genannt. Das
Eigenschaftswort lautet entweder sachsen-anhaltisch oder
sächsisch-anhaltisch.
Wichtige Städte in Sachsen-Anhalt:
o Dessau
o Halberstadt
o Halle (Saale)
o Lutherstadt Wittenberg
o Magdeburg
o Naumburg (Saale)
o Quedlinburg
o Stendal
o Weißenfels
Landesstruktur Die Gegend des heutigen
Sachsen-Anhalt war im frühen Mittelalter einer der kulturellen
Schwerpunkte im deutschsprachigen Raum, die heutige Landeshauptstadt
Magdeburg war schon damals eines der wichtigsten politischen Zentren im
Heiligen Römischen Reich. Von der früheren Bedeutung der gesamten
Region zeugen heute die für das Land typischen, gut erhaltenen
Baudenkmäler aus der Zeit der Romanik und der Gotik (siehe auch Straße
der Romanik) wie der Magdeburger Dom, die Quedlinburger Altstadt, viele
Burgen und alte Kirchen. Sachsen-Anhalt ist laut
Landesmarketinggesellschaft das Bundesland mit der höchsten Dichte an
UNESCO-Weltkulturerben in Deutschland: Hierzu zählen das Bauhaus in
Dessau, die Lutherstädte Wittenberg und Eisleben, die Altstadt von
Quedlinburg und der Schlosspark von Wörlitz. Prägend für die hiesigen
Ortschaften und Städte sind neben verwinkelten Fachwerkaltstädten und
eng bebauten Dörfern - ebenfalls oft mit Fachwerkarchitektur und
sehenswerten alten Dorfkirchen - auch Gebäude aus der Zeit der
preußischen Provinz Sachsen, die als reichste Provinz des Landes galt.
Im Norden wird die sachsen-anhaltische Landschaft von Flachland
geprägt. Hier in der Altmark befinden sich alte Hansestädte wie
Salzwedel, Stendal und Tangermünde. Im Nordosten befinden sich die
Colbitz-Letzlinger Heide und der Drömling. Südlich davon schließt sich
die fruchtbare, waldarme Magdeburger Börde an, in der sich Städte wie
Burg, Schönebeck oder Haldensleben, Oschersleben, Wanzleben,
Aschersleben oder Hettstedt befinden. Hier liegt auch die
Landeshauptstadt Magdeburg. Im Südwesten liegt der Unterharz mit dem
Harzvorland und Städten wie Wernigerode, Quedlinburg oder Halberstadt.
An der Grenze zum Freistaat Sachsen befindet sich der Ballungsraum
Halle (Saale)-Merseburg-Bitterfeld (auch "Chemiedreieck" genannt), der
bis ins sächsische Leipzig reicht. In der Vergangenheit war hier die
Chemieindustrie mit ihrem wirtschaftliche Schwerpunkt in Leuna ansässig.
An der Saale und der Unstrut, wo sich ein Weinanbaugebiet befindet,
liegen Naumburg (Saale), Zeitz und Freyburg. Schließlich gehört zu
Sachsen-Anhalt noch die im Osten gelegene drittgrößte Stadt des Landes,
die alte anhaltische Residenzstadt Dessau und ein Teil des Flämings.
Wirtschaft und Verkehr Die Region um Halle
(Saale) bildet zusammen mit dem in Sachsen liegenden Leipzig eine
wirtschaftliche Schwerpunktregion. Hier laufen verschiedene
Verkehrsströme zusammen. Traditionell befindet sich in der Gegend ein
Schwerpunkt von Chemie- und Erdölindustrie ("Chemiedreieck", Leuna).
Ein weiterer wirtschaftlicher Schwerpunkt ist die günstig zwischen
Hannover und Berlin gelegene Landeshauptstadt Magdeburg. Insgesamt hat
Sachsen-Anhalt große Schwierigkeiten bei der Umstrukturierung der
Industrie. So kam es zu vielen Firmenschließungen (Waggonbau
Halle-Ammendorf), was eine hohe Arbeitslosigkeit (die höchste in der
Bundesrepublik Deutschland) zur Folge hat. Durch Sachsen-Anhalt
verlaufen mit der Elbe, dem Mittellandkanal und dem Elbe-Havel-Kanal
wichtige Wasserstraßen, die sich bei der Landeshauptstadt Magdeburg am
Wasserstraßenkreuz treffen. Außerdem verläuft in Ost-West-Richtung die
Autobahn 2 und die ICE-Trasse Hannover-Berlin durch das Land. Ergänzt
wird das Fernstraßennetz durch die Nord-Süd-Autobahn A 14 von Magdeburg
über Halle nach Dresden. Durch Sachsen-Anhalt verläuft die Ferienstraße
der Romanik, die wegen des großen romanischen Erbes dieser Landschaft
eingerichtet wurde. In den Großräumen Magdeburg und Halle existieren
S-Bahnen (S-Bahn Magdeburg, S-Bahn Leipzig-Halle).
Geschichte Zur Geschichte des Gebietes vor 1944 siehe unter Provinz Sachsen und Anhalt Im
Juli 1944 wurde die vormalige preußische Provinz Sachsen, bestehend aus
den Regierungsbezirken Magdeburg, Merseburg und Erfurt in die Provinzen
Magdeburg und Halle-Merseburg aufgeteilt, während der Regierungsbezirk
Erfurt dem Reichsstatthalter Thüringen unterstellt wurde. 1945 wurden
die beiden Provinzen, ferner der Freistaat Anhalt (um Dessau), die
braunschweigische Enklave Calvörde und der östliche Teil des Kreises
Blankenburg im Harz, auch vorher dem Freistaat Braunschweig zugehörig,
sowie die thüringische Enklave Allstedt von der Sowjetischen
Militäradministration (SMAD) zur neuen Provinz Sachsen vereinigt. Der
Name wurde im gleichen Jahr noch in Provinz Sachsen-Anhalt geändert.
1947 erfolgte nach der Auflösung von Preußen die Umbenennung in Land
Sachsen-Anhalt. Landeshauptstadt wurde Halle. Das Land hatte eine Größe
von 24.576 km².
1952 wurde im Rahmen der Verwaltungsreform in der DDR das Land de
facto aufgelöst (de jure bestand es noch einige Jahre weiter) und in
die zwei Bezirke Halle und Magdeburg aufgeteilt. Dabei geschahen
Grenzbereinigungen, bei denen einzelne Städte und Gemeinden von den
Nachbarkreisen eingegeliedert oder ausgegliedert wurden, wodurch sich
die Bezirksgrenzen gegenüber den ehemaligen Landesgrenzen verschoben.
1990 erfolgte die Neubildung des Landes Sachsen-Anhalt mit den
ehemaligen Bezirksterritorien Halle, ohne den Kreis Artern, und
Magdeburg sowie den Kreis Jessen. Landeshauptstadt wurde Magdeburg.
Landkreise Bei der ersten Kreisgebietsreform am
1. Juli 1994 wurden aus vormals 37 Landkreisen und 3 kreisfreien
Städten 21 neue Landkreise gebildet. Drei Städte haben den Status einer
kreisfreien Stadt behalten. Im Dezember 2003 beschloss die
Landesregierung die Neugliederung des Landes in 11 Landkreise bis 2008.
Ersten Planungen zufolge soll Dessau wegen der dramatisch gesunkenen
Einwohnerzahl den Status einer kreisfreien Stadt verlieren. Die
Kreistage des Saalkreises und des Landkreises Merseburg-Querfurt
bekundeten im Februar 2004 ihre Absicht, sich zu einem Großkreis zu
vereinigen. Der Landkreis Anhalt-Zerbst wird wahrscheinlich auf die
Kreise Jerichower Land und Wittenberg aufgeteilt, allerdings gibt es
gegen diese Planungen lokalen Widerstand.
Regionen
* Altmark * Colbitz-Letzlinger Heide * Drömling * Dübener Heide * Fiener Bruch * Goldene Aue * Großes Bruch * Harz * Huy * Magdeburger Börde * Wische
Sprache
In Sachsen-Anhalt wird heute ein stark vom
Thüringisch-Obersächsischen geprägtes Hochdeutsch mit spezifischen
Wendungen aus dem Mark-Brandenburgischen gesprochen. In der Altmark
trifft man sehr selten bei älteren Sprechern noch auf die
Ostniederdeutsche Sprache.
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