Das Saarland ist ein Bundesland im Südwesten der Bundesrepublik Deutschland. Angrenzend liegen das Land Rheinland-Pfalz sowie Frankreich und Luxemburg.
Geografie Das Saarland liegt im Südwesten der Bundesrepublik Deutschland. Ein Drittel der Fläche des Saarlandes ist mit sommergrünem Mischwald bedeckt. Damit hat das Saarland gemeinsam mit Bayern und Baden-Württemberg die prozentual größte Waldfläche Deutschlands. Das Saarland erstreckt sich über Teile des Hunsrücks mit dem Schwarzwälder Hochwald, des lothringischen Schichtstufenlandes und des Saar-Nahe-Berglandes. Außerdem dringen die Ausläufer des Pfälzer Waldes weit in das Land ein. Die höchste Erhebung ist der Schimmelkopf mit 695 Metern im Hunsrück. Weitere wichtige Gebiete sind der Bliesgau und der Saargau mit ihren fruchtbaren Kalksteinböden. Der längste Fluss ist die Saar, die ihren Mittel- und Unterlauf im Saarland hat und dem Land den Namen verliehen hat. Weitere wichtige Flüsse sind Blies, Prims, Nied und Nahe. Das Klima ist gemäßigt ozeanisch. Die Niederschläge liegen im Durchschnitt bei 800 Millilitern pro Quadratmeter. Das Saarland gehört zudem zu den wärmsten Regionen Deutschlands.
Bevölkerung Der größte Ballungsraum im Saarland ist die Achse Dillingen/Saar, Saarbrücken und Neunkirchen/Saar. Die Bevölkerungsdichte ist im Norden, Südwesten und Westen des Landes geringer. Im Saarland werden vor allem rhein- und mittelfränkische Mundarten gesprochen (siehe: Saarländisch). Das Saarland hat bundesweit die höchste Eigentumsrate beim Grundbesitz. 74 % der Bevölkerung sind katholisch und 21 % Prozent evangelisch. Das Saarland hat prozentual den größten katholischen Bevölkerungsanteil in Deutschland.
Geschichte Das Saargebiet war in seiner Geschichte meist deutsch, stand aber immer wieder zeitweise unter französischem Einfluss. Im 20. Jahrhundert wurde es jeweils nach dem ersten und zweiten Weltkrieg französisch besetzt, kehrte jedoch beide Male nach Volksabstimmung wieder zu Deutschland zurück. Seit 1957 ist es das zehnte Land der Bundesrepublik Deutschland.
(Anmerkung: Es scheint ein verbreiteter deutscher Irrglaube zu sein, dass das Saarland "französisch besetzt" war. Nach dem ersten Weltkrieg trifft dies bedingt zu; rechtlich jedoch war das Saargebiet, welchem damals noch einige Teile der heutigen Landkreise Merzig-Wadern und St. Wendel fehlten, dem Völkerbund unterstellt. Ab 1947 ist der Terminus "französische Besatzung" unzutreffend, da das Saarland politisch autonom und wirtschaftlich an Frankreich angebunden war, auf Grundlage einer eigenen Verfassung.)
Unternehmen und Wirtschaft Bedeutendster Faktor an der Saar spielt die Stahlindustrie. Mit der Saarstahl AG und der AG der Dillinger Hüttenwerke sind gleich zwei große Stahlunternehmen hier beheimatet. Eine wichtige wirtschaftliche Rolle spielte der Bergbau im Saarland. Auch die Keramikindustrie (Villeroy & Boch spielt eine bedeutende Rolle in der Wirtschaft des Saarlandes.
Verkehr Durch seine frühe Industrialisierung besteht im Saarland eine sehr gute Infrastruktur. So durchqueren das Land sechs gut ausgebaute Autobahnen. Auch das Schienennetz ist sehr dicht. So besteht eine Direktverbindung per Autobahn und Bahn in die Metropole Paris. Außerdem gibt es in Saarbrücken-Ensheim einen internationalen Verkehrsflughafen. Trotz der überschaubaren Fläche gibt es im Saarland als einzigem Ballungsraum keinen Verkehrsverbund. Auf 1.000 Einwohner kommen durchschnittlich 704 Kraftfahrzeuge. Damit hat das Saarland eine extrem hohe Fahrzeugdichte.
Saarländische Spezialitäten Die ursprüngliche saarländische Küche ist recht einfach: Eintopf, Kartoffeln, Sauerkraut, Wurst und Fleisch aus Hausschlachtung. Nur wenige Speisen und Getränke gelten als typisch saarländisch:
* Dibbelabbes * Schales * Lyoner (Fleischwurst) im Ring * Hoorische * Geheiratete * Schwenker (typisches Schwenksteak) * Bettseichersalat (Löwenzahnsalat) * Bekannte saarländische Biere kommen und kamen zum Beispiel von den Brauereien Becker (St. Ingbert), Bruch (Saarbrücken), Donner (Saarlouis), Großwald (Heusweiler-Eiweiler), Karlsberg (Homburg), Ottweiler Brauerei, Paqué (St. Wendel), Saarfürst (Merzig), Schäfer (Dirmingen), Schloss (Neunkirchen) und Walsheim (Walsheim). Karlsberg dominiert heute (2004) den Getränkemarkt im Saarland. * Die Saar-Weine (Anbaugebiet Mosel-Saar-Ruwer) stammen nicht aus dem Saarland, sondern vom Unterlauf der Saar in Rheinland-Pfalz. Saarländische Weine werden an dem kurzen Moselabschnitt angebaut, der die Grenze zwischen dem Saarland und Luxemburg darstellt. * Zudem gibt es hauptsächlich im Merziger Raum und im Saargau den Viez (Apfelwein) * Obstschnäpse werden insbesondere auf dem Saargau gebrannt (zum Beispiel Quetsch (Zwetschen), Mirabelle, Trester oder auch die seltene Spezialität Hundsärsch ein Mispel-Brannt).
Mentalität und Volkscharakter Die Grenzlage und jahrhundertelange Fremdherrschaft, sei sie nun deutsch (preußisch oder bayerisch) oder französisch, haben die saarländische Mentalität stark beeinflusst. Die jahrhundertelange Erfahrung, alles durch Krieg und Eroberung verlieren zu können, führte zur der Einstellung, alles was man hat im "Hier und Jetzt" zu genießen.
Immer wieder wechselnde Herren führten zu der Tendenz, Neuankömmlinge zu "umarmen" und zu integrieren, vorteilhaft erscheinende Neuerungen anzunehmen oder aber mit sturer, manchmal irrationaler Kooperationsverweigerung die als unerwünschte Besatzer betrachteten Herren aus dem Land zu treiben. Diese Taktik hat sich auf lange Sicht bis heute bewährt.
Ein bis heute aktuell gebliebenes Beispiel ist das Verhältnis von Saarländern zu Schwaben. Es scheint, dass Vorgesetzte aus Schwaben, sei es in Wirtschaft oder Verwaltung, bis heute einen schweren Stand haben. Der Grund hierfür liegt in der jüngeren Geschichte. Nach der Rückgliederung des Saarlandes 1935 waren die ersten Nazi-Verwaltungsfachleute, die die saarländische Region "gleichschalteten", aus Württemberg und Baden. Sie machten für Deutschland ganze Arbeit und sich selbst sehr unbeliebt.
Die Winzigkeit des Saarlandes ist Segen und Fluch zugleich und führt zu einer 'jeder kennt jeden'-Mentalität. Zwei sich (noch) fremde Saarländer werden zwangsläufig im Gespräch einen gemeinsamen Bekannten ausfindig machen. Das bedeutet auf der einen Seite manchmal schmerzhaft fehlende Anonymität, erzeugt auf der anderen Seite ein starkes Wir-Gefühl. Dem Nicht-Saarländer erschwert dieses wiederum zunächst die Integration (zumal er anhand des fehlenden Dialektes leicht zu erkennen ist), doch hat er sich erst einmal mit dem einen oder anderen Saarländer angefreundet geht es umso schneller.
Eher selbstironisch sind Aussagen wie: "Ein Saarländer fürchtet nichts, außer dass der Kühlschrank leer ist und der Himmel ihm auf den Kopf fallen möge." Eine Anlehnung an die von den französischen und belgischen Nachbarn in den 1950er Jahren übernommene Comic-Kultur, im vorliegenden Fall eine Anspielung auf Asterix und die keltischen Vorfahren der Saarländer. Überhaupt scheinen sich die Saarländer von heute sehr gern mit Uderzos und Goscinnys gallischem Dorf und seinen skurrilen Bewohnern zu identifizieren. Die Erinnerung an die staatliche Autonomie des Saarlandes wird bis heute von einer kleinen, aber fest verwurzelten saarländische Separatistenbewegung gepflegt.
"Deliranti iste saarabi -- Die spinnen, die Saarländer." |