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 Amphitheater, Porta Nigra, Kaiserthermen, Konstantinbasilika sind Weltkultur-Erbe - beheimatet in Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz ist ein Land der Bundesrepublik Deutschland, das 1947 gebildet wurde. Es gehört zu Südwestdeutschland. Abkürzung: RLP, RP beziehungsweise RPF. Rheinland-Pfalz grenzt an die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Hessen, das Saarland, Baden-Württemberg sowie an die Länder Belgien, Frankreich und Luxemburg.

Wappen
Das rheinland-pfälzische Landeswappen besteht aus dem Pfälzer Löwen, dem Kreuz des Erzbistums und Kurfürstentums Trier und dem Mainzer Rad. Eine genauere Beschreibung des Wappens und seiner Bedeutung ist als PDF von der Landeszentrale für politische Bildung unter Landeswappen Rheinland-Pfalz  zu erhalten.

Geographie
Durch Rheinland-Pfalz fließen die Bundeswasserstraßen Rhein, Mosel, Saar und Lahn; weitere bedeutende Gewässer sind Nahe, Sauer, Our, Glan und Sieg als Gewässer I. Ordnung. Wegen ihrer wasserwirtschaftlichen Bedeutung sind weitere rund 720 km der Wasserläufe als Gewässer II. Ordnung verzeichnet. Es sind dies Alte Lauter, Wieslauter, Otterbach, Erlenbach, Michelsbach, Pfrimm, Hahnenbach, Simmerbach, Guldenbach, Glan, Ahr, Our, Prüm, Enz, Nims, Schwarzbach, Hornbach, Kyll, Dhron, Lieser, Alf, Wied, Nister und Aar. Die restlichen fließenden Gewässer in Rheinland-Pfalz sind Gewässer III. Ordnung.

Die Mittelgebirge Hunsrück, Eifel, Westerwald und Pfälzer Wald befinden sich in Rheinland-Pfalz. Die Loreley, ein Schieferfelsen am Rhein, inspirierte Clemens Brentano 1800 bis 1802 zur Erschaffung einer Romangestalt, eines schönen Mädchens, das Schiffer in den Tod lockt. Heinrich Heine griff diese Figur 1823 in seinem Gedicht Die Loreley wieder auf. Weitere Landschaften siehe: Liste der Landschaften in Rheinland-Pfalz.

Welterbe in Rheinland-Pfalz

    * 1981 Der Dom zu Speyer
    * 1986 Das römische Trier: Amphitheater, Porta Nigra, Kaiserthermen, Konstantinbasilika (Palastaula) und der Dom und die Liebfrauen-Kirche in Trier
    * 2002 Die Kulturlandschaft Mittelrhein zwischen Koblenz und Bingen


Geschichte
Historisch besteht es aus der ehemals bayrischen Pfalz, aus dem südlichen Anteil des Rheinlands (Regierungsbezirke Koblenz und Trier der ehemaligen preußischen Rheinprovinz), aus der ehemals zu Hessen-Darmstadt gehörigen Provinz Rheinhessen, aus Teilen der preußischen Provinz Hessen-Nassau und aus dem ehemals oldenburgischen Gebiet um Birkenfeld.

Auf dem Hambacher Schloss feierten am 27. Mai 1832 viele tausend freiheitsliebende Bürgerinnen und Bürger aus allen Teilen Deutschlands das "Hambacher Fest". Inzwischen gilt diese Demonstation als Meilenstein auf dem Weg zur Deutschen Einheit und das Hambacher Schloss bei Neustadt an der Weinstraße wird als die "Wiege der deutschen Demokratie" anerkannt und bezeichnet.

Das Land Rheinland-Pfalz wurde 1946 durch Verordnung der französischen Militärregierung geschaffen, wodurch historisch und wirtschaftlich zusammengehörige Gebiete (Koblenz-Bonn, Rhein-Main) getrennt wurden. Eine Anbindung des ebenfalls französisch verwalteten Saarlandes wurde von der französischen Militärregierung nicht zugelassen. Ein Gemeinschaftsgefühl entwickelte sich nur sehr zögerlich. 1956 fanden aufgrund von Artikel 29 GG in den früheren Regierungsbezirken Koblenz, Trier, Montabaur, Rheinhessen und der Pfalz Volksbegehren statt, bei denen es um die Angliederung der betreffenden Regionen an Nordrhein-Westfalen, Hessen bzw. Bayern und Baden-Württemberg ging. Alle Volksbegehren außer denen im Regierungsbezirk Pfalz erhielten die erforderliche Mehrheit; doch bis zur endgültigen Durchführung der dadurch notwendigen Volksentscheide zogen fast 20 Jahre ins Land. Bei der Abstimmung vom 19. Januar 1975 wurde in keiner der betroffenen Regionen eine Mehrheit für eine Umgliederung (und auch nicht das notwendige Quorum von 25 % der Stimmberechtigten) erreicht. Damit wurde ein Schlussstrich unter eine jahrzehntelange Diskussion gezogen.

Vom 8. - 10. Juli 1948 fand im Berghotel Rittersturz in Koblenz die Rittersturz-Konferenz statt, die auch als Geburtsstätte der Bundesrepublik Deutschland bezeichnet wird. Koblenz, der ehemalige Verwaltungssitz der preußischen Rheinprovinz, ist bis 1950 - als der rheinland-pfälzische Landtag die Verlegung der Landesregierung von Koblenz nach Mainz beschließt - Sitz der Landesregierung; ab dann ist es die Landeshauptstadt Mainz.

Hochschulen
Zur Bildungslandschaft in Rheinland-Pfalz gehören 6 Universitäten, 13 Fachhochschulen und die Deutsche Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer. (http://www.dhv-speyer.de/)

    * Technische Universität Kaiserslautern
    * Universität Koblenz-Landau - Standorte: Koblenz, Landau
    * Johannes Gutenberg-Universität Mainz
    * Universität Trier


    * Fachhochschule Bingen (http://www.fh-bingen.de/)
    * Fachhochschule Kaiserslautern - Standorte: Kaiserslautern I und II, Pirmasens und Zweibrücken
    * Fachhochschule Koblenz (http://www.fh-koblenz.de/) - Studienorte: Koblenz, Höhr-Grenzhausen, Remagen
    * Fachhochschule Ludwigshafen (mit Ostasieninstitut)
    * Evangelische Fachhochschule Ludwigshafen
    * Fachhochschule Mainz (http://www.fh-mainz.de/)
    * Fachhochschule Trier - Standorte: Trier, Idar-Oberstein, Birkenfeld
    * Fachhochschule Worms (http://www.fh-worms.de/)
    * Evangelische Fachhochschule für Sozialwesen Ludwigshafen
    * Katholische Fachhochschule Mainz
    * Fachhochschule für Finanzen Edenkoben
    * Fachhochschule der Deutschen Bundesbank, Hachenburg
    * Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Mayen


    * Wissenschaftliche Hochschule für Unternehmensführung Otto-Beisheim-Hochschule (private Universität) (http://www.whu.edu)
    * Philosophisch-Theologische Hochschule Vallendar der Gesellschaft des Katholischen Apostolates (Pallottiner) (kirchliche Universität) (http://www.pthv.de})


Wirtschaft
Rheinland-Pfalz ist Zentrum des Weinanbaus und der Sektkellereien Deutschlands (Goldhand, Kupferberg, Deinhard, Schloss Wachenheim). Landwirtschaft spielt vor allem im rheinhessischen Hügelland und im oberrheinischen Tiefland eine Rolle. Forstwirtschaftlich bedeutsam sind der Pfälzerwald, der Hunsrück und der Westerwald. Die landwirtschaftliche Nutzfläche umfasst etwa 37 Prozent des Landes. Rheinland-Pfalz besitzt die größten Weinbaugebiete Deutschlands (Rheinhessen, Ahr, Mittelrhein, Mosel-Saar-Ruwer, Nahe und Pfalz). Der Industrieanteil an der Wirtschaftsleistung ist höher als im Bundesdurchschnitt. Bedeutende Branchen sind die chemische Industrie (die BASF in Ludwigshafen ist der größte Arbeitgeber des Landes) sowie Fahrzeug- und Maschinenbau. Die Dienstleistungsbranche stützt sich überwiegend auf kleinere Unternehmen, wobei dieser Wirtschaftssektor unter dem Bundesdurchschnitt liegt.

In Rheinland-Pfalz gibt es in den 6 Weinanbaugebieten, Ahr, Mittelrhein, Mosel-Saar-Ruwer, Nahe, Rheinhessen und Pfalz eine bestockte Rebfäche von ca. 64200 ha.

Die am häufigsten angebauten Weißweinrebsorten (ca. 45.563ha) sind in absteigender Reihenfolge: Riesling, Müller-Thurgau, Silvaner - Grüner, Kerner, Scheurebe, Burgunder-Weißer, Bacchus,Ruländer, Faberrebe,Huxelrebe, Ortega, Chardonnay, Morio-Muskat, Elbling, Gewürztraminer, Reichensteiner, Ehrenfelser, Siegerrebe, Optima, Regner, Würzer, Sauvignon blanc, Auxerrois.

Bei den Rotweinrebsorten (ca. 18.648ha) sind dies in absteigender Reihenfolge: Dornfelder, Portugieser - Blauer, Spätburgunder - Blauer, Regent, Saint Laurent, Dunkelfelder, Merlot, Müllerrebe, Cabernet Sauvignon, Heroldrebe, Frühburgunder - Blauer, Cabernet Mitos, Acolon, Cabernet Dorsa, Domina.


Politik
Das Land Rheinland-Pfalz geht auf die Verordnung Nr.57 der französischen Besatzungsmacht vom 30. August 1946 zurück, die die Bildung eines "rheinpfälzischen" Landes anordnet. Die Verfassung des Landes Rheinland-Pfalz wurde durch eine Volksabstimmung am 18. Mai 1947 angenommen. Dort steht, dass Rheinland-Pfalz sich demokratisch durch den Willen des Volkes konstituiert, als einen "demokratischen und sozialen Gliedstaat Deutschlands". Der Verfassungsentwurf ging auf die Beratende Landesversammlung zurück, deren 127 Mitglieder von den Kreis- und Gemeindeversammlungen im November 1946 gewählt worden waren. Die konstituierende Sitzung der Beratenden Landesversammlung fand am 22. November 1946 im Koblenz statt. Kurz darauf, am 4. Dezember 1946, wurde eine vorläufige Landesregierung unter Ministerpräsident Dr. Wilhelm Boden gebildet.

Artikel 79 Abs. 1 der Landesverfassung sieht vor, dass der Landtag "das vom Volk gewählte oberste Organ der politischen Willensbildung" ist. "Er vertritt das Volk, wählt den Ministerpräsidenten und bestätigt die Landesregierung, beschließt die Gesetze und den Landeshaushalt, kontrolliert die vollziehende Gewalt und wirkt an der Willensbildung des Landes mit in der der Behandlung öffentlicher Angelegenheiten, in europapolitischen Fragen und nach Maßgabe von Vereinbarungen zwischen Landtag und Landesregierung."

Partnerschaften

Das Bundesland Rheinland-Pfalz unterhält Partnerschaften mit

    * Burgund in Frankreich,
    * der Republik Ruanda in Ostafrika,
    * der Region València in Spanien,
    * der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens,
    * der polnischen Woiwodschaft Oppeln,
    * der Mittelböhmischen Region in Tschechien,
    * der chinesischen Provinz Fujian,
    * dem US-Bundesstaat South Carolina und
    * der japanischen Präfektur Iwate.


Sprache
Im Altertum gehörte der größte Teil des Landes zu Gallien, Trier war in der Spätantike Hauptstadt der Provinz Belgica prima und zeitweise eine der Hauptstädte des Gesamtreiches. Die Bevölkerungsmischung aus eingewanderten Römern und romanisierten Kelten blieb auch nach der fränkischen Eroberung bestehen, ihre Sprache, das Moselromanische, hielt sich bis ins hohe Mittelalter an der Mosel, war aber isoliert von der übrigen Romania durch die rein fränkischsprachigen Gebiete im heutigen Westen von Rheinland-Pfalz und im heutigen Luxemburg, siehe auch: Moselfränkisch.
Im östlichen Teil des Landes fand bereits in römischer Zeit eine Durchmischung von keltischen und germanischen Stämmen statt. In der Völkerwanderung besiedelten Alemannen und Franken diesen Teil des Landes. Aus der Vermischung entstanden verschiedene Variationen des Pfälzischen. Durch die jahrhundertelange Tradition der Auswanderung auf Grund von Armut oder religiösen Überzeugungen bildete das Pfälzische die Grundlage für verschiedene auslandsdeutsche Mundarten. Russlanddeutsche, Banater, Amish und Deutschstämmige in Brasilien haben sich teilweise bis heute diesen Dialekt bewahrt.

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