Brandenburg ist ein Bundesland im Nordosten der Bundesrepublik Deutschland. Die Landeshauptstadt ist Potsdam. Brandenburg grenzt an Polen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen (auf einem kurzem Stück an der Elbe), Mecklenburg-Vorpommern und umschließt Berlin. 1996 fand eine Volksabstimmung über eine Länderfusion mit Berlin statt; die Wählermehrheit entschied sich dagegen. Von den Befürwortern einer Länderfusion wird eine erneute Volksabstimmung über diese Frage angestrebt.
Landschaft Die Oberflächengestaltung von Brandenburg wird durch zwei Höhenzüge und zwei Bodensenkungen bestimmt. Die Senkungen werden von Flussniederungen eingenommen, an deren Rändern sich - heute größtenteils trockengelegte - Moor- und Sumpfböden befinden, die zwischenzeitlich auch dem Torfabbau dienten. Die Flussniederungen werden hier Bruch oder Luch genannt.
Der nördliche oder baltische Höhenzug der mecklenburgischen Seenplatte sendet nur unbedeutende Zweige nach Brandenburg aus. Der etwa 230 km lange Höhenzug im Süden des Bundelandes beginnt mit den Lausitzer Höhen (genauer: den Sorauer Sandbergen) und zieht sich entlang der Grenze westwärts über Triebel und Spremberg, dann nach Nordwesten über Calau und geht auf den kahlen und dürren Fläming zu. Die südliche Bodensenkung befindet sich ziemlich am nördlichen Rand dieses Höhenzuges und tritt am markantesten im Spreewald hervor (zwischen Baruth (Mark) und Plaue). Die nördliche Bodensenkung, fast unmittelbar am Südfuß der baltischen Landhöhe gelegen, wird bestimmt durch die Niederungen des Netze- und Warthebruchs, des Oderbruchs, die Linie des Finowtals, das Havelländische Luch und die Furche des Elbestroms.
Zwischen diesen beiden Senkungen liegt eine Bodenerhebung (Platte), die sich aus der gegend von Posen westwärts nach Brandenburg hinein erstreckt, mit dem Sternberger Land, der Spreeplatte und der Mittelmark. Die Platte wird von Südosten nach Nordwesten hin durchschnitten von der Niederung der Faulen Obra und der Oder bis zur Mündung der Neiße, die untere Spree und das Haveltal. Von Süden nach Norden strömt die Oder von der Neißemündung bis zur Warthemündung, dem Bober, die obere Spree, die Dahme, Ruthe und Plaue. Zwischen diesen Furchen erheben sich eine ganze Reihe einzelner Höhen und Höhenzüge, wie der Semmelberg bei Bad Freienwalde (157 m), die Müggelberge in Berlin-Köpenick (120 m), die Havelberge (97 m) und die Rauen Berge bei Fürstenwalde (112 bis 152 m).
Im allgemeinen ist auf dieser Platte Sandboden vorherrschend, der auf weiten Strecken mit Kiefern und Heidekraut bewachsen und ein dürres Ansehen hat. Doch selbst auf den Höhen ist er lehmig und kann durch geeignete Anbaumethoden zum Anbau der meisten landwirtschaftlichen Erzeugnisse genutzt werden.
Typisch für Brandenburg ist die Ausrichtung sämtlicher Infrastruktur auf das inselförmig im Land gelegene Berlin. Rund um Berlin befinden sich die wohlhabendsten Städte und Dörfer ("Speckgürtel" Berlins), und bilden die Metropolregion Berlin/Brandenburg. Hier wohnen auch viele Berliner, die es ins Grüne zog. In der Peripherie des Bundeslandes liegen dünn besiedelte und landwirtschaftlich geprägte Landstriche wie die Prignitz, der Fläming, der Spreewald, das Oderbruch oder die Uckermark. Rund um Cottbus im Südosten des Landes befindet sich mehrere Braunkohleabbaugebiete (Tagebau).
Wirtschaft Brandenburgs Industrie und Dienstleistungen haben ihren Schwerpunkt entlang der Autobahn A 10 rund um die Stadt Berlin. Bei Eisenhüttenstadt an der Oder und in Brandenburg an der Havel befinden sich Stahlwerke. Außerdem gibt es in Brandenburg an der Havel ein Druckmaschinenwerk der Heidelberger Druckmaschinen AG und ein Getriebewerk der ZF Friedrichshafen. Die Peripherie des Landes ist von der Landwirtschaft geprägt. Im Süden Brandenburgs befinden sich Braunkohleabbaustätten. Künftig wird ein Schwerpunkt der Landesentwicklung verstärkt auf den Fremdenverkehr gelegt.
Verkehr Brandenburgs Verkehrswege laufen sternförmig auf Berlin zu. Dies gilt sowohl für Eisenbahnstrecken, als auch für Straßen und Wasserstraßen. Rund um Berlin befindet sich ein Eisenbahnring (Heute auch als Außenring bezeichnet, da es in Berlin noch einen Innenring der Eisenbahn - parallel der S-Bahn - gibt), noch zu DDR-Zeiten gebaut, um Westberlin zu umgehen. Parallel verläuft der "Berliner Ring" genannte Autobahnring der A10. Der wichtigste Flughafen des Bundeslandes befindet sich in Schönefeld.
Geschichte Historisch bildete Brandenburg (zusammen mit Berlin) das Kernland Brandenburg-Preußens. Siehe hierzu auch Albrecht der Bär (Gründer der Mark Brandenburg 1157), Mark Brandenburg und Brandenburg (Provinz).
1945 wird die Provinz Mark Brandenburg gebildet. Diese besteht aus den Regierungsbezirken Potsdam und Frankfurt (Oder) der ehemaligen preußischen Provinz Brandenburg, allerdings ohne die gesamte Neumark östlich der Oder. 1947 erfolgt nach der Auflösung von Preußen die Umbenennung in Land Brandenburg mit einer Größe von 27.612 km². 1952 wird im Rahmen der Verwaltungsreform in der DDR das Land aufgelöst und aufgeteilt in die drei Bezirke Cottbus, Frankfurt (Oder) und Potsdam. Der Landkreis Perleberg fiel an den Bezirk Schwerin, die Landkreise Prenzlau und Templin an den Bezirk Neubrandenburg. Am 14. Oktober 1990 wurde das Land Brandenburg neu gegründet durch Zusammenlegung der DDR-Bezirksterritorien Cottbus (ohne die Kreise Hoyerswerda, Jessen und Weißwasser), Frankfurt (Oder) und Potsdam zuzüglich der Kreise Perleberg, Prenzlau und Templin.
Im Jahre 1996 entscheiden sich die Brandenburger bei einer Volksabstimmung mit Mehrheit gegen eine Vereinigung der Länder Berlin und Brandenburg.
Naturschutz in Brandenburg Der Naturschutz hat im Land Brandenburg eine hohe Priorität, im Jahre 2002 sind im Land 15 so genannte Großschutzgebiete ausgewiesen, darunter eines als Nationalpark, drei als Biosphärenreservat und 11 als Naturpark. Insgesamt nehmen die Großschutzgebiete rund ein Drittel der Landesfläche ein.
- Biosphärenreservate und Naturparks sind Modellregionen, in denen die Entwicklung tragfähiger ressourcenschonender, sozial- und naturverträglicher Formen der Landnutzung, wie Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Tourismus, im Mittelgrund stehen. Als Biosphärenreservate eignen sich großflächig erhaltene Kulturlandschaften von internationaler Bedeutung, die eine hohe Repräsentanz für das norddeutsche Tiefland beziehungsweise Mitteleuropa aufweisen und sich in das Programmm "Man and Biosphäre" der UNESCO einfügen. Weltweit gibt es über 350 Biosphärenreservate.
- Nationalparks dienen der Wiederherstellung einer möglichst naturnahen, ungenutzen Landschaft, die jedoch für den Tourismus erlebbar sein soll. Sie dienen dem Schutz von Tier- und Pflanzenarten, die auf großflächige Naturräume angewiesen sind. Nationalparks haben eine zentrale Beseutung für die wissenschaftliche Forschung und Langzeitbeobachtung von Ökosystemen (Bio-Monitoring). Sie bestehen zu 100% aus Naturschutzgebieten.
- Nationalpark Unteres Odertal (106 km2)
- Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg (533 km2)
- Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin (1.291 km2)
- Biosphärenreservat Spreewald (474 km2)
- Naturpark Barnim (750 km2)
- Naturpark Dahme-Heideseen (594 km2)
- Naturpark Hoher Fläming (827 km2)
- Naturpark Märkische Schweiz (204 km2)
- Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft (490 km2)
- Naturpark Niederlausitzer Landrücken (580 km2)
- Naturpark Nuthe-Nieplitz (623 km2)
- Naturpark Schlaubetal (225 km2)
- Naturpark Uckermärkische Seen (895 km2)
- Naturpark Westhavelland (1.315 km2)
- Naturpark Stechlinsee (1.080 km2)
Sprache Abgesehen von Hochdeutsch werden größtenteils Dialekte des Mark-Brandenburgischen und des Berlin-Brandenburgischen gesprochen. Im Grenzgebiet zu Sachsen und Sachsen-Anhalt wird ferner Anhaltisch - ein Dialekt des Thüringisch-Obersächsischen gesprochen, das nah mit dem Hochdeutschen verwandt ist. In der brandenburgischen Lausitz spricht man Lausitzische Dialekte. Dieses und das in und im Umland von Berlin gesprochene ist dem Ostmitteldeutschen zuzurechnen.
Des weiteren wird in einigen Teilen der Lausitz sorbisch, welches eine slawische Sprache ist, gesprochen. |